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8 gute Gründe nichts gegen den Klimawandel tun zu müssen — eine Perspektivumkehr
Thilo Lang
Leibniz-Lab „Umbrüche und Transformationen“, Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL)
Global and European Studies Institute, Universität Leipzig
Kernanliegen
- Wie gehen konservative politische Kräfte mit dem Handlungsdruck um?
- Inwiefern sind Argumente gegen eine gute Klimapolitik nachvollziehbar und angreifbar?
Zusammenfassung
Mithilfe von KI generiertes Bild in Anlehnung an das Covermotiv des 1975 veröffentlichten Musikalbums „Crisis! What Crisis?“ der britischen Rockband „Supertramp“.
Menschen gehen mit den schon lange vorliegenden Erkenntnissen zum Menschen-gemachten Klimawandel sehr unterschiedlich um. Je drängender die Erkenntnisse und je drückender die Datenlage zu werden scheint, desto intensiver stellen sich auch politische Akteure gegen eine schnelle sozial-ökologische Transformation. Es sind dabei vor allem konservative und (rechts)populistische Kräfte, die das Rad der Zeit augenscheinlich zurückdrehen möchten und jüngere Erfolge im politischen Umsteuern wieder ausbremsen wollen. Das sieht man derzeit sehr gut bei der Regierung Trump in den USA, die im Rekordtempo die Errungenschaften der Biden-Regierung wieder rückgängig macht, und auch bei der Regierung Merz in Deutschland. Aber wie argumentieren diese Personen eigentlich, und wie sollten wir als Gesellschaft mit solchen Positionen umgehen? In meinem Vortrag versuche ich durch eine Perspektivumkehr ein Gedankenexperiment. Ich suche Gründe, die politisch handelnde Personen dazu bewegen könnten, den Klimawandel nur nachgeordnet oder gar nicht zu addressieren. Ich erhoffe mir dadurch ein besseres Verständnis der Positionen von politischen Kräften, deren Positionen ich in weiten Teilen bisher nur schlecht nachvollziehen konnte. Dazu beleuchte ich verschiedene Dimensionen, u.a. den Umgang mit Nichtwissen, die Frage der Zumutbarkeit von klimapolitischen Maßnahmen, die Frage und Verteilung der Kosten, den Zusammenhang mit anderen großen Krisen unserer Zeit, und die anti-wokeness-Bewegung. Am Ende wollen viele Personen möglicherweise einfach keine Rücksicht nehmen müssen — nicht auf Minderheiten, Frauen, und nicht auf die Umwelt. Aber sind die dann überhaupt noch zu erreichen? Und was geschieht, wenn diese Personen das Regierungshandeln bestimmen?
Literaturempfehlungen
Quellen im Internet
- Krise! Welche Krise? ifl.blog 11. August 2025
- Für mehr Klimapolitik im neuen Bundestag: Fast 14.000 Unterschriften an 18 MdBs übergeben. Scientists for Future Deutschland. 27. März 2025
- Wohin steuert Reiche die Energiewende? Deutschlandfunk. 04. Juli 2025
- Programm des Raumwissenschaftlichen Kolloquiums: Excessive Change? 26. – 27. Juni 2025
Vortrag am 27. November 2025 — Ringvorlesung im Wintersemester 2025/26
